Selbstliebe

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Wer auf der Suche nach Ruhe und etwas „Neuem“ ist, dem wird immr wieder das Wort Selbstliebe begegnen. Die Wichtigkeit sich selbst zu lieben wird immer wieder betont, schon in der Bibel ist es ein Thema.

Doch wer oder was ist denn „das Selbst“? Wie kann ich mich denn lieben, wenn ich vielleicht gar nicht weiß, wer ich bin? Wenn meine bisherige Erfahrung von „geliebt werden“ darin bestand, eine Leistung zu erbringen? Sei es, dass ich glaubte, dafür etwas tun zu müssen, oder irgendwie sein zu müssen – z.B. besonders brav, besonders leise, besonders hart dem Leben gegenüber…

Wie kann ich mich lieben, wenn ich (auch unbewusst) immer wieder an mir zweifel? Wenn ich glaube, wieder nicht gut genug gewesen zu sein? Wenn ich mich verurteile und ablehne wie ich (auch) bin. Vielleicht bin ich besonders gefühlvoll  und habe „nah am Wasser“ gebaut, habe jedoch gelernt, dass ich so nicht erfolgreich sein kann, oder ich bin nicht der Mann/die Frau und Vater/Mutter, den/die sich alle wünschen und und und…

Es gibt unzählige Dinge, die wir an uns nicht gut finden, oftmals versteckt hinter einer Fassade der scheinbaren Selbstsicherheit und Kompetenz.

Würden Sie jemanden von Herzen lieben, den Sie, zumindest teilweise, überhaupt nicht toll finden? Der Wesenszüge hat, die Sie ablehnen? Den Sie vielleicht gar nicht richtig kennen?

Wie also kann ich mich selbst lieben? Zuerst einmal können Sie sich Zeit nehmen, sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen und die Antworten am besten aufschreiben.

1. Was lehne ich an mir ab? Das können körperliche Merkmale sein, Ihre Art zu handeln, zu denken und zu fühlen. Versuchen Sie, so ehrlich wie möglich zu sein und erweitern Sie Ihre Liste, wenn Sie über selbstverurteilende Gedanken etwas Neues finden.

2. Was finde ich gut an mir? Auch hier können körperliche Merkmale, die Art zu handeln, zu denken und zu fühlen aufgelistet werden. Die Frage „WIE bin ich?“ kann nochmals helfen, denn hier beantworten Sie nicht, was Sie geleistet haben, sondern welche Wesenszüge zu Ihnen gehören, also, z.B. hilfbereit, ehrlich, aufmerksam… Und sollten Sie noch mehr schöne Dinge herausfinden wollen, stellen Sie sich vor, Ihre beste Freundin/ihr bester Freund wäre wie Sie. Was würden Sie dann an ihr / ihm alles toll finden.

3. Finden Sie heraus, ob Sie glauben, für Liebe etwas tun zu müssen. Wurden Sie von Ihren Eltern bedingungslos geliebt, oder glauben Sie, dass Sie dafür etwas anderes tun mussten, außer Sie selbst zu sein? Wenn Sie sich diese Frage beantwortet haben, können Sie schneller durchschauen, ob Sie etwas wirklich sind, oder ob Sie nur glauben, etwas bestimmtes sein zu müssen.

In erster Linie geht es nur darum, dass Sie sich darüber klar werden, wer da eigentlich darauf wartet, geliebt zu werden. Ein Mensch mit Ecken und Kanten. Ein Mensch, der noch nicht überall so denkt, fühlt und handelt, wie er es vielleicht möchte, ein Mensch mit Ängsten und Sorgen, mit unerfüllten Bedürfnissen, der sich vielleicht manchmal hinter einer Maske verstecken mag. Jedoch auch ein Mensch, der mutig ist (sonst hätten Sie sich nicht darauf eingelassen), der etwas verändern möchte, der tolle Eigenschaften hat…

Nehmen Sie all diese Seiten erst einmal nur wahr und erkennen Sie sie an.Sie gehören zu Ihnen, Kopf in den Sand hilft nicht, denn: „SO BIN ICH!“  Es ist wie mit einem Raum den Sie nach Jahrzehnten des Sammelns nun betreten und erst einmal eine Bestandsaufnahme machen. Egal, ob Sie die Sachen noch brauchen, oder nicht. Es geht nur um das Feststellen, was vorhanden ist. Auch hier könnten Sie die Tür einfach zulassen und sich einreden, dass es diesen Raum nicht gibt. So werden Sie jedoch niemals wissen, was Sie davon noch brauchen und welche Schätze sich darin verbergen:-)

Sie verfügen nun über die notwendige Klarheit um etwas verändern zu können.

Die nächsten Stationen sind das Annehmen dieser Seiten und das „Echt sein„, so dass Sie sich wirklich mit allem Lieben können.

 

 

This article was written by doris

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