Sich selbst annehmen

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Was bedeutet Annehmen und warum ist es so wichtig? Annehmen bedeutet für mich, tiefe innere Ruhe zu finden, indem ich etwas Beobachtetes, oder Erkanntes ohne Wertung wahrnehme und erlaube, dass es da ist. Ich höre damit auf, mir und anderen etwas vorzumachen, denn das kostet eine unendliche Kraft und führt zu (Ver-) Spannungen. Ein kurzes Beispiel: Sie haben vielleicht gelernt, dass es wichtig ist, keine Schwächen zu zeigen. Damit haben Sie evtl. auch gute Erfahrungen gemacht. Jetzt gibt es da eine Person / Situation mit der Sie sich ganz klein fühlen. Vielleicht, weil diese Person / Situation Sie an etwas erinnert, was weit zurückliegt. Eine Zeit, in der Sie vielleicht wirklich klein und machtlos gewesen sind. Da ist nun dieses eine Gefühl, sicher und stark auftreten zu wollen und das andere Gefühl von „Klein und machtlos“ sein. Sie versuchen verzweifelt, das „Gute“ aufrecht zu erhalten, bloß nicht schwächeln, während das ungute Gefühl in Ihnen tobt. Das kostet so viel Kraft und Aufmerksamkeit. Die Situation entspannt sich meistens sehr schnell wenn Sie sich sagen „Okay, für meinen Kopf mag das hier alles keinen Sinn geben, jedoch merke ich gerade, dass ich mich total klein und machtlos fühle. Ich nehme das einfach mal so an, dass es jetzt gerade so ist. Vielleicht tickt da gerade eine alte Erinnerung in mir, an die ich mich nicht mehr erinnere“. Genau in diesem Moment gehen Sie bewusst raus aus dem Kampf, aus dem Versuch, etwas vor sich und anderen zu verbergen. Sie nehmen sich an.

Es gibt unzählige „Masken“, die wir im Laufe unseres Lebens aufsetzen, um nicht ehrlich sein zu müssen. Ehrlichkeit uns selbst  und anderen gegenüber beherbergt immer die Gefahr, anders zu sein, Konflikte auszulösen, ausgeschlossen und nicht akzeptiert zu werden..

Vielleicht haben Sie den Artikel „Selbstliebe“ ja schon gelesen, ansonsten würde ich Ihnen ihn an dieser Stelle empfehlen. Es geht erst einmal darum, eine Art Bestandsaufnahme zu machen und sich damit auseinanderzusetzen, wie sie eigentlich sind.

Dabei geht es nicht darum, welches Bild andere – auch nette Menschen- in ihrer Umgebung von Ihnen haben, sondern einzig und allein darum, was Sie über sich denken bzw. wie Sie sich sehen. Dazu gehört viel Mut und eine grenzenlose Ehrlichkeit. Die ersten Male mögen Sie sich diese Frage vielleicht noch schnell und oberflächlich beantworten. Je häufiger Sie sich damit ausseinandersetzen, desto tiefer und wahrhaftiger werden Sie.

Wie kann „Annahme“ lernen?

Eine Möglichkeit habe ich oben beschrieben. Es geht dabei darum, sich seine Beobachtungen und Erkenntnisse einfach zu sagen. Als wenn wir kurz mal in den Keller gehen, eine Flasche alten Wein entdecken und zu uns sagen „Ah, schau mal, da ist noch eine Flasche von diesem alten Wein. Ich wusste gar nicht mehr, dass die noch da ist“ . Punkt. Fertig. Mehr nicht.

Sie können es nocht steigern, in dem Sie alle Dinge, die Ihnen an sich aufgefallen sind, auf kleine Zettel schreiben, diese in einen schicken Karton tun und ihn einmal liebevoll in den Arm nehmen und dabei glücklich fühlen „Das bin ich. Da habe ich ja eine Menge unterschiedlicher Facetten“.

Anschließend können Sie sich immer mal wieder einen Zettel rausnehmen und schauen, ob Sie daran etwas verändern wollen und wenn ja – wie.

Egal, ob wir uns eingestehen, dass wie uns wie ein Versager fühlen, nichts auf die Reihe bekommen haben, ein schlechter Partner sind, Ängste da sind, unser Nachbar blöd ist, obwohl wir doch sonst alle mögen und und und… Es geht darum es anzunehmen, dass es diese Gedanken und Gefühle in uns gibt, damit wir endlich innerlich zur Ruhe kommen.

Übrigens: Wenn wir uns über andere Menschen aufregen, können wir mal schauen, was genau uns so aufregt.  Denn oft genug ist unser Gegenüber nur ein Spiegelbild, in dem wir uns selbst sehen und nur noch nicht angenommen haben, dass es diese „Seite“ auch in uns gibt.

This article was written by doris

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